Waffen im American Kenpo

Natürliche Waffen         Nichtnatürliche Waffen im Kenpo      Messerabwehr      Tonfa im Kenpo?       MES in Deutschland

 

Unter "Natürliche Waffe" verstehen wir die Gesamtheit des eigenen Körpers. Manche denken dabei nur an die Extremitäten (Arme und Beine), aber das ist falsch, weil der gesamte Körper zum kämpfen benutzt werden kann und muss. Je nach Situation kann jeder Teil des Körpers zu einer Waffe werden. Im folgenden zeigen wir einige "Körperwaffen", wie sie in den meisten Kampfkünsten auch verwandt werden. Beschreibungen für die Ausführung der Techniken finden AKKA-Members in den Schülerseiten.


  Natürliche Waffen (eine Auswahl)

Technik Zielbereiche Bemerkung
Punch

fist_normal.jpg (3900 Byte)

 für die meisten Ziele geeignet traditionelle Technik, in fast allen Kampfkünsten zu finden

sehr starke Technik

Middleknuckle Fist

fist_middleknockle.jpg (2799 Byte)

punktuelle Technik für Anwendung gegen Vitalpoints besonders gut geeignet im AK oft als Stoß oder Rake genutzt

Vorteil der Technik: sehr gute punktgenaue Kraftübertragung zum Ziel, durch gute Fixierung des Fingers in der Faust

Back Hammer

fist_hammer.jpg (4335 Byte)

Technik meist für den tiefen , aber auch bis mittleren Bereich, im American Kenpo meist "to the groin"

 

Technik kann gut in der "obscure zone" angewendet werden

kann schnell und ansatzlos gezogen werden

Back Fist

fist_backknuckle.jpg (5282 Byte)

für

für fast alle Ziele geeignet

(nicht geeignet für Vitalpoints)

blitzsschnelle Technik mit "Flächenwirkung), als Back Knuckle mit punktueller Wirkung
Hand Sword

handsword.jpg (3824 Byte)

meist für Anwendungen im Halsbereich oder Vitalpoints im Arm- oder Beinbereich sehr schnelle Technik mit punktuelle Wirkung der Handkante
Claw

claw.jpg (2554 Byte)

meist gegen weiche Ziele, wie z.B. Gesicht

 

typische AK Technik

gut geeignet als Komponente im Billiard Principle, um Körper(teile) dahin zu bekommen, wo man sie gern hätte, um noch effektivere Techniken auszuführen

Elbow

ellbow.jpg (5869 Byte)

gegen alle Ziele möglich

gut gegen Vitalpoints

eine der stärksten Techniken

durch ihre Gefährlichkeit im Training mit besonderer Sorgfalt zu behandeln (Verletzungsgefahr)

Thrusting Front Kick

feet_trust.jpg (4102 Byte)

gegen fast alle Ziele, besonders Unterbauch, Rippen, Nierenbereich sehr schnelle Technik, durch kleine Trefferfläche hohe Gefahr der Verletzung innerer Organe
Snap Kick

feet_snap.jpg (3662 Byte)

gegen Weiche Ziele wie Hoden, Rückseite von Gelenken, auch Vitalpoiunts im Beinbereich oder bei Roundhouse Kick im Rumpfbereich möglich sehr schnelle Technik
Thrusting Side Kick

feet_knifeedge.jpg (4723 Byte)

die meisten Ziele im Rumpfbereich, auch guut gegen Gelenke der Gliedmaßen sehr starke Technik
Hooking Kick

feet_heel.jpg (4429 Byte)

gegen die meisten Ziele, z.B.: Hoden, Solar Plexus sehr starke Technik, die ansatzlos gezogen werden kann

geringe Verletzungsgefahr der Zehen

 


Nichtnatürliche Waffen

Es ist manchmal nicht so einfach zu Systematisieren, im Nachfolgenden ein Vorschlag der Unterteilung von Waffen:

Priester/ Mönche

 

(Entwickelten ihre Waffen aus Erkenntnissen über die Natur.)

Ritter/ Samurai

 

(Als einzige berechtigt offiziell Waffen zu tragen und im Besitz von "echten" Waffen)

Bauern

 

(Die meisten Waffen entstanden aus Alltagsgeräten wie z.B.: Heugabel, Sense, Dreschflegel)

  • Bo

  • Shuriken

 

  • Schwert

  • Lanze

  • Pfeil/ Bogen

  • Tonfa

  • Kama

  • Sai

Im American Kenpo werden auch nichtnatürliche Waffen benutzt, Kenpo Waffen (Waffen, die im American Kenpo benutzt werden) sind:

Waffen   im Kenpo zu finden in:
Kurzstock    Stick-Set, Form 7  - 3rd Degree Black Belt
Langstock    Staff-Set -  1st Degree Black Belt
Messer      Form 8 (nicht im Prüfungsprogramm)
Nunchaku      Nunchaku-Set 1 (von Ed Parker nicht beendet und nicht im Prüfungsprogramm)

Die Prinzipien, nach denen im Kenpo mit Waffen gearbeitet wird, sind nicht einfach nur "kopierte" Prinzipien von anderen Stilen, wie z.B.: Arnis, Escrima, Kobudo usw.   Die Prinzipien der Kenpo Waffen beruhen auf dem Kenpo-Konzept selbst: Aufnahme und Ableiten, Kontrollieren und Entwaffnen. Alles was man mit den bloßen Händen machen kann, kann man auch mit Waffen (z.B.: zwei Kurzstöcken, Messern) machen.  Ed Parker hatte Kontakte zu vielen Waffenexperten wie auch zu Ernesto A. Presas (siehe Foto).

 

Langstocktraining der AKKA mit Teilnehmern  anderer Stile

AKKA Kurzstockseminar

Formentraining

Siehe auch hier die Form 7 des Kenpo, sie ist eine Kurzstockform. Hier wird z.B. die Technik "Five Swords" zu "Five Storms" und auch fast alle anderen Techniken der Form 7 sind eigentlich waffenlose Techniken aus den Schülerprogrammen. Wenn man aber doch versucht die Kenpo Kurzstöcke zuzuordnen, kann man einige Kali - Einflüsse erkennen. Das hängt sicher mit Einflüssen früherer Kenpoinstruktoren zusammen, wie z.B. Dan Inosanto und Larry Hartsell.

Waffen hat Ed Parker mit im System integriert , weil sie sehr gut ins Konzept passten.   Wenn man sich die alten Schulen der Kampfkünste einmal betrachtet, so sieht man, dass sich Meister der waffenlosen Künste schon immer auch mit Waffen beschäftigten. Sie erkannten damals schon den, nicht nur kämpferischen, Wert des Umganges mit Waffen. Der Umgang mit Waffen hat positiven Einfluss auf die waffenlosen Techniken und umgekehrt. Waren es doch die, manchmal auch kurzen,  Friedenszeiten, die den Samurai die Prinzipien des Waffengebrauchs erkennen ließ. Nun konnte er sein System aus der Ebene der rein technischen Handhabung, in die der begleitenden psychischen Elemente heben.


Abwehr gegen Waffenangriffe

In den den Programmen des American Kenpo werden auch Abwehren gegen Waffen trainiert:

 

Stock (Club) Messer (Lance) Pistole (Rod)
12 Techniken ab Yellow Belt

4 Techniken ab 3rd Brown Belt

4 Techniken ab 2nd Brown Belt

 


Tonfa im Kenpo?

Frage:
Folgende Frage erreichte uns einmal in unserem Forum:

"Guten Tag,
ich las den Artikel über Waffen in Euren Seiten. Ich hatte auch das Glück mich auf einem Seminar mit einem Kenpoka persönlich zu unterhalten, dieser sagte mir, dass man sich im Kenpo auch noch mit anderen Waffen beschäftigt, wie z.B..: dem Tonfa. In wie weit spielt das Tonfa beim Kenpo eine Rolle? Mich würde dieses aus dienstlicher Sicht interessieren.
Freundlichst Ihr Horst Wehner
Horst Wehner"

Antwort:

Hallo Horst,
vielen Dank für Dein Interesse an Kenpo. Rein vom System her beschäftigt sich Ed Parker Kenpo nicht mit dem Tonfa.
Aber...
Man könnte, ohne Probleme denke ich, jede Kenpotechnik ( und Form) auch mit dem Tonfa durchführen. Genau so, wie in der Form 7 waffenlose Techniken aus dem normalen Schülerprogramm mit den Kurzstöcken ausgeführt werden können. Schon in „alten“ Okinawazeiten wurden stets neben waffenloser Selbstverteidigung immer auch der Umgang mit Waffen parallel trainiert (wie auch bei den Samurai das Jiu-Jitsu und das Okinawa-Te). So waren hochgraduierte Karatemeister meist auch immer hoch graduierte Kobudomeister (Waffenmeister). Auch in China war eine Trennung von Waffen- und waffenlosen Künsten nicht üblich.
Einige Historiker vermuten, dass der Begründer des modernen Karate, Gichin Funakoshi, durch eine „national-chauvinistische“ Umbenennung seines ursprünglich „ Tang-Hand“ genannten Systems in „Karate-Do“ wesentlich dazu beigetragen hat, dass man heute fälschlicherweise annimmt, Karate sei ein waffenloses Kampfsystem. Ursprünglich hieß sein System übersetzt „China-Hand“, was bedeuten sollte, dass sich die Chinesen früher mit der Hand verteidigten, was aber auf keinen Fall ausschließen soll, dass man mit diesen Händen auch Waffen führt.
Kenpo ist ebenfalls eine Kunst für die Selbstverteidigung, also das „Hauptthema“ ist die Verteidigung seiner selbst. Als Mittel dafür benutzt man in erster Linie die „leere Hand“. Es können aber Situationen entstehen, in denen es hilfreicher ist, sich der Unterstützung von Hilfsmitteln zu bedienen, wie z.B.: Waffen wie Kurzstock, Messer, Langstock, auch Tonfa. Jeder Gegenstand des täglichen Gebrauchs kann für den Kenpoist zu einer Waffe werden.


Wir trainieren den Umgang mit dem so genannten MES (Mehrzweck Einsatz Stock, einer Abwandlung des Tonfas, zurechtgeschnitten für die Anforderungen im Sicherheitsbereich) in Verbindung mit Kenpotechniken, für die Anwendung im Sicherheitsbereich, für Behörden und Personen mit Sicherheitsaufgaben. Trainiert wird für und in spezifischen Lagen unter Beachtung der gesetzlichen Grundlagen für diesen Bereich. Das letzte Seminar in diesem Jahr befasste sich mit dem Thema: Eingriffs- und Zugriffstechniken.


 

Seit wann  MES (Mehrzweckeinsatzstock, ähnlich Tonfa)  in Deutschland?  

Frage:tonfa.jpg (44747 Byte)

Ich las in Eurem Forumarchiv über den MES. Seit wann ist der MES in Deutschland im Einsatz?

Antwort:

Es war 1970, als ein amerikanischer Polizeibeamter, der in der Freizeit mit dem Tonfa trainierte feststellte, dass diese Waffe, an moderne Anwendungserfordernisse angepasst, eine ideale Waffe für den täglichen Dienst wäre. So entstand der so genannte Side-Handle-Baton (SHB). Innerhalb der nächsten 15 Jahre wurde der SHB in fast allen Polizeidienststellen der USA eingeführt und zu einer nicht mehr wegzudenkenden Schutzwaffe, die oft den Einsatz einer Schusswaffe unnötig machte. Im Laufe der Jahre gab es immer mehr Hersteller und die unterschiedlichsten Materialien aus der SHB hergestellt wurde. So verwendet man z.B.: Xenoy, Polycarbonat oder Aluminium.

Ca. 1985 kam dann der Side-Handle-Buton nach Deutschland, hier nannte man diese Waffe dann Mehrzweck-Einsatz-Stock (MES). Leider fand der MES seinen Weg vorerst nur in die Spezialeinheiten. Ab 1992 begann man ihn auch in Einzeldiensten einiger Bundesländer zu Verwenden.

mb

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