Messerkampf und techniken, von Master

            
Messertechniken

(Kurzabriss, da Erkenntnisse zum Thema nicht ins öffentliche Netz gehören)

 
Das Messer              Möglichkeiten           Aspekte            Messer- ja und nein             Taktik und Technik          
 
 

 

Einen Augenaufschlag und man ist Tod!

Es hört sich übertrieben an, aber das ist es in keinster Weise. Es kann passieren, innerhalb von einer Sekunde. Das ist es, was Messerkampf ist. Viele denken, dass der Wirkungskreis eines Messers nur den unmittelbaren Nahbereich betrifft.

Praktische Untersuchungen haben ergeben:

Ein Messer kann noch in einem Umkreis von 7,5 Metern ( Zone 3) sehr gefährlich sein.

 

Man kann die Reichweiten in folgende Zonen einteilen (mehr hierzu in einem späteren Artikel):

        

 

Der Begriff "Messer" (im Kenpo wird dafür das Wort "Lance" benutzt) beinhaltet für uns alle Gegenstände, die schneiden oder stechen können. Das kann ein Messer, aber auch eine zerschagene Flasche, ein Bleistift oder irgend ein spitzer Gegenstand sein. Es kann in mittlerer bis naher Distanz benutzt werden, man kann den Aktionsradius mit der Länge des Armes vergleichen.

 

 

Das Messer

Warum schneiden stumpfe Messer nicht so gut? Der Schneidvorgang ist nichts weiter, als das Durchtrennen eines Kristallgitters oder von Verbindungen von Molekülen. Je schärfer ein Messer ist, desto schmaler ist auch die Schneidkante des Messers und eine schmale Schneidkante muss nur wenig Molekülverbindungen trennen. Eine stumpfe Kante ist breiter und muss demzufolge mehr Verbindungen trennen, der Energieaufwand wird höher.

 

Das Messer

Waffe Arbeitsmesser
Schnittwaffe Stichwaffe Hiebwaffe Hieb- und Stichwaffe

Alle Messerformen, die für jegliche Art von Arbeit benutzt werden.

 

(z.B.: Naginata)

Wird genutzt mittels kreisförmigen (circular) Bewegungen. Bei Schnittwaffen genügt ein einseitiger Schliff der Klinge

 

(z.B.: Dolch, Florett)

Wird genutzt durch geradlinige Angriffe. Stichwaffen sind meist schlanker in der Klinge und beidseitig geschliffen, um das Eindringen zu erleichtern. Ein Handschutz ist nötig, um beim Stich ein Rutschen der Hand auf die Klinge zu verhindern.

 

(z.B.: Axt, Beil)

Durch den Schliffwinkel der Schneide und der Form des Axt-/ Beilkopfes die beste Funktionalität zum Spalten.

 

 

(z.B.: Schwert, Säbel)

Hieb- und Stichwaffe – bei abgerundetem Ort (Spitze) nur für den Hieb bestimmt – mit langer, ein- oder zweischneidiger Klinge. Bei ausgebildeter Stichfunktion verjüngt sich die Klinge im allgemeinen nach vorn.

 

Die wenigsten Messer sind rein Schnitt- oder Stichwaffen, meist werden die Bauformen recht oder schlecht gemischt, um möglichst beiden Anforderungen gerecht zu werden.

 

Die verschiedenen  Möglichkeiten eines Angriffs sind folgende:

 

     

 

Es gibt viele Stile, die regulär  Messerabwehr im Programm haben. Nicht einmal, dass die Techniken, die dort gelehrt werden schlecht sind, aber...

Die Abwehr eines Messers beinhaltet drei wichtige Aspekte:

 

1. der praktische Aspekt beinhaltet

2. der theoretische Aspekt beinhaltet

3. der psychologische Aspekt beinhaltet

  • die Ausführungsart der Abwehr

  • die Art der Reaktion

  • die Fertigkeit sich zu bewegen

  • das Wissen um die Gefährlichkeit, der Wirkung

  • das geistige Vorstellen der praktischen Situation

  • die wahre Reaktion im Ernstfall

  • die geistige Verarbeitung eines realen Angriffs in der Situation

Meistens jedoch werden Aspekte einfach weggelassen beim Training. Da wird Messerabwehr trainiert mit Schülern der Unter- und Mittelstufe, also Schülern, die noch nicht einmal das Studium der Grundschule abgeschlossen haben. Messerabwehr sollte erst ab Ober- oder Danstufe relevant werden. Messerabwehr setzt das Beherrschen von Grundbewegungen voraus. Es setzt voraus, im Falle einer direkten Bedrohung nicht mehr zu denken. Hier kommt eine interessante Weißheit aus dem Sicherheitsbereich zum tragen:

Erwarte das Unerwartete, aber erwarte nichts!

Je weniger Erfahrung man hat, desto mehr muss man denken. Die vielen Fehler bezüglich der Trainingsmethoden werden aus dem Grund gemacht, weil den meisten Ausbildern die praktische (reale)  Erfahrung im Umgang mit Messern fehlt. Es gibt Lehrer, die empfehlen wegzurennen. Es ist fast unmöglich einer Messerbedrohung aus mittlerer Distanz, durch wegrennen  zu entkommen. Schon wenn man dabei ist sich umzudrehen, hat man das Messer im Rücken. Sicher, an erster Stelle bei einer Bedrohung steht die Vermeidung, aber wegrennen ist das schlechtere Mittel dazu.

 

Sollte man sich als Schüler überhaupt nicht mit der Messerabwehr beschäftigen?

 

Man tut es bereits indirekt: indem man täglich die Basics trainiert. Das reicht im Grunde aus. Spezielle Übungen direkt mit dem Messer in der Hand werden im Kenpo erst ab dem 2.Braungurt trainiert, also erst in Vorbereitung zum Schwarzgurt.

 

Messerabwehr Techniken im Kenpo

Nr. Technik Belt

T.-Nr.

Form
1 ENTWINED LANCE 3rd brown

23

F6
2 PIERCING LANCE 2nd brown

16

 
3 RAINING LANCE 3rd brown

7

F6
4 THRUSTING LANCE 3rd brown

20

F6
 
 
 
Warum im Schülerbereich nur 4 Messerabwehrtechniken?

 

 Im Kenpo trainiert man das Abwehren nicht mittels unzähliger einstudierter Techniken, sondern durch Anwendung von Prinzipien und die Beachtung von Gesetzmäßigkeiten.

Die folgende Grafik zeigt Möglichkeiten des entgegnens von  Messerangriffen. Zur weiteren Erläuterung dieser Punkte gehört natürlich weiteres Studienmaterial, welches aber nicht ins Internet gehört, sondern eher zum Training und Anwendung für spezielle Kräfte. 

 


Angriffstaktiken und -  techniken

Im American Kenpo beschäftigt man sich normalerweise nur intensiv mit den Abwehrtechniken lt. Programm. Das ist soweit es die Schülerausbildung betrifft richtig und ausreichend. Sofern man aber die Ausbilder und Trainer betrachtet, reicht das schon nicht mehr.

Die meisten Kampfsysteme, die sich auch mit der Messerabwehr beschäftigen, beschäftigen sich weniger mit der Kontrolle des angreifenden Armes, als mehr mit den folgenden Gegentechniken. Der Grund liegt darin, dass die Folgetechniken meist Techniken aus dem eigenen System sind und "interessanter" für die Übenden. Das hat zur Folge, dass kaum ein Kampfkünstler in der Lage ist, Messerarme effektiv und halbwegs sicher unter Kontrolle zu bekommen.
Dies ist aber ein (lebens-)entscheidender Denkfehler! 

Denn die Klingenkontrolle, ist nun mal der wichigste (ja, auch gefährlichste/schwierigste) Teil des Angriffs!

Aufmerksame Schüler fragen viel! Es ist aus diesem Grunde wichtig einiges Hintergrundwissen über den Umgang mit dem Messer zu wissen und das nicht nur auf theoretischer Grundlage. Innerhalb der Ausbilderseminare schulen wir auch in speziellen Einführungsseminaren in Grundzügen den Umgang mit dem Messer. Um eine Messerbedrohung frühzeitig zu erkennen oder mit einem tatsächlichen Angriff richtig umzugehen, bedarf es um das Wissen von:

 

Angriffstaktiken Psychologie
verdeckt offen im Vorfeld während

Verdeckte oder Angriffe aus dem Hinterhalt sind wohl die häufigste Form des Messerangriffs. Der Angriff erfolgt hier aus einer verdeckten Haltung/ Holster des Messers und kommt meist völlig überraschend. Man hat fast keine Chance auf 100%ige Abwehr.

Hier erfolgt der Angriff aus offensichtlicher Messerhaltung in der Vor- oder Hinterhand. Es fehlt der Überraschungmoment,  die Chancen für eine erfolgreiche Parade sind vorhanden.

Frühzeitiges Erkennen einer Messerbedrohungslage und folgerichtiges Einleiten geeigneter Maßnahmen. Dem begleitend die möglichst gute psychologische Verarbeitung der Situation, um noch richtig reagieren zu können.

Geistige Verarbeitung während einer Messerhandlung, incl. richtigen Umgang mit Schnitt- oder Stichwunden (die immer einzurechnen sind).

 

Zwei wichtige Faktoren sind entscheident, um bei einem Messerangriff eine Chance zu haben:

Aufmerksamkeit   und Distanz!

 

 

 

Weiteres zum nachschlagen bei:

Büchersuche und Bestellung

Ein unterhaltsames Buch:

Messer, Messerkämpfe und ähnliche Zwischenfälle. Wie man einen wirklichen Messerkampf überlebt.  

von Marc 'Animal' MacYoung
Michael Kahnert, Buchholz (Juli 2001)
Book on Demand
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Preis: EUR 15,95

(Ausschnitt aus dem Messerprogramm von Argedon)

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