Meditation
(Mirco Berwing)

Meditation         Meditationsarten        Stufen asiatischer Methoden der Versenkung


Die Bedeutung der geistigen Einflüssen im Kampf oder Training sind fundamental und deren Verstehen unumgänglich. Das Gehirn ist der „Lenker" allen tuns! Das Erlernen der Technik steht auf der einen Seite und ist begrenzt, die Entwicklung des Bewusstseins über die bloße Technik hinaus, steht auf der anderen und ist unendlich. Die Entwicklung des Bewusstseins über die Technik hinaus, lässt den Übenden immer mehr Sehen und Erkennen.

Bevor die Schüler den Unterricht beginnen, meditieren sie im Horse Stance (Meditation Stance), in aufrechter Haltung , Kopf leicht gesenkt, Augen geschlossen und beide Handflächen befinden sich in Brusthöhe aneinander. Auch zum Abschluss des Trainings wird diese Haltung eingenommen.

Eigentlich ist der Begriff Meditation eine Art Sammelbegriff für verschiedene Arten religiöser Übungen. Alle diese Übungen haben aber das gleiche Ziel: den Übenden in einen Zustand zu versetzen, der es ihm ermöglicht zu „erwachen", sich zu „befreien" oder zur „Erleuchtung" zu kommen.

Der Hauptzweck der Meditation (der meisten Methoden) ist, den Geist zu sammeln und freizumachen von evtl. Problemen des Alltags um alle geistige Aktivitäten voll auf das Training zu konzentrieren. Man soll lernen auch bei einer Konfrontation auf der Straße, negative Gedanken „wegzudrücken" zu können, um nicht durch sie, eine eigene Verletzung zu begünstigen. Ein ruhiger und gelassener Geist absorbiert jede Ablenkung , verstärkt die Technik und gibt ihr Präzision, welches durch eine gesteigerte geistige Beobachtung ermöglicht wird.

Meditation hilft , die Kontrolle über die Aktivitäten des Geistes , der eigenen Gefühle und des Ki (durch natürliche Atmung) zu erlangen. Sie ist als geistige Disziplinierung schwerer zu erlernen als die bloße Technik, da man immer die eigene Persönlichkeit ausrichten muss.

Meditation bereitet den Körper vor, Wissen zu empfangen und zu verarbeiten. Während der Meditation zum Abschluss eines Trainings, lassen sich die Schüler das Wissen, was sie empfangen haben, noch einmal durch den Kopf gehen und verpflichten sich, dieses Wissen nicht gegen andere zu gebrauchen.

Mirco Berwing


Meditationstechniken

Es gibt eine unüberschaubare Anzahl von Meditationstechniken, die aber meist eines gemeinsam haben, einen Zustand frei schwebender Aufmerksamkeit hervorzurufen, indem rationales Denken vermieden wird.

Meditation kann auf verschiede Arten ausgeführt werden, je nach Schulungsweg:

Methode

 

Übungsformen

Körper- oder Atemübungen Hatha-Yoga, Kampfkünste Mandala, Thanka, Yantra
Klänge Tantra, tantrischer Buddhismus Mantra
Körper- und Geistesübungen Zen, Kampfkünste Koan, Zazen, Mokuso

 

Stufen asiatischer Meditationsmethoden1:

Stufe Zen Taoistische Meditation Buddhstische Versenkung Yoga
1
Verrichtung von einfachen Arbeiten
mit Sammlung persönlicher Erfahrungen
Religiöse Haltung des Vertrauens und Glaubens
Sila
(Zucht)
Yama
(Zucht)
2 Reinigung der Anschauungskraft u.a. durch "Mondo" (geistreiches Wortgefecht) Selbsterziehung
Sila
mit Selbstzucht
Niyama
(Selbstzucht)
3
Zasen
(Sitzhaltung im bequemen Lotussitz mit Fixierung des Blicks und besonderer Haltung)
Ungezwungene Gebetshaltung
mit Fixierung des Blicks und Handhaltung
asiatische Gebetshaltung
Asana
(Sitzart mit besonderer Handhaltung und Augenstellung)
4 Atmung mit Bewusstsein bis zur Selbstregulierung Selbstregulierung des Atems nach einigen tiefen Atemzügen Atemregulierung mit besonderer Beachtung des Aus- und Einatmens Pranayama (Atemhemmung)
5
Ausschaltung äußerer Reize als Erfahrungsquelle mit
" Susokukan"
(Zählen der Atemzüge)
Zählen bis zu bestimmten Zahlen
 
1. Stufe des Jhana
mit Konzentration auf das Leid
Pratyahara
(Zurückziehen der Sinnesorgane)
6
Koan
(Zen-Problem)
Zuisokukon
(dem Atem folgend)
Ting
(Festlegung des Bewusstseins)
 
2. Stufe des Jhana
mit Glückseeligkeitsgefühl
Dharana
(Fesselung der Gedanken)
7 Zunehmender psychischer Interferenzzustand in Meditation
Tsing
( Stille)
 
3. Stufe des Jhana
mit heiliger Indifferenzstimmung
Dhyana
(Meditation)
8
Satori
(ruckartig eintretende Erleuchtung in Tiefenerfahrung mit späterer Amnesie)
An

( Frieden mit Einstellung auf Erkenntnisse wie "Anfang des Menschen")

 
4. Stufe des Jhana
mit eiskalter Differenz als vollendetem Gleichmut und Übergang zu Amnesie=
Nirwana
Samadhi
(Versenkung, bewusster und unbewusster Samadhi)

 

 

zu 1=  aus N.V. Uitgeversmaatschappij ´De Tijdstroom, Lochem 1953

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