Die Zeremonie der Graduierung

 

In den meisten Kampfkünsten gibt es für viele Dinge Zeremonien, dass kann z.B.: die Begrüßung (siehe Salutation), Verabschiedung, Betreten einer Schule, Ansprechen eines Meisters und auch die Art der Überreichung der Graduierungsurkunde nach bestandener Prüfung sein. Auch im "normalen" Leben begegnen uns Zeremonien: Begrüßungen, Verabschiedungen, Ehrerbietungen, Graduierungszeremonien für Doktoren u.v.m.
Die meisten dieser Zeremonien sind sehr alt und überliefern einen tieferen Sinn, der von den Menschen, die sie ausführen,  auch verstanden werden sollte. Dies zu lehren, ist die Aufgabe eines Ausbilders oder Meisters, sie zu pflegen Aufgabe aller.

Wenn man im American Kenpo eine Prüfung bestanden hat, wird man an einer Promotion Ceremony teilnehmen, um seine neue Graduierung in Empfang zu nehmen. Ed Parker hat zwar seiner Zeit diesen "Ablauf" geschaffen, er kann aber heute von dieser Form abweichen. Jeder Verband hat hier seine eigenen Vorstellungen eingebracht. Wichtig sollte nicht sein, wie die Promotion Ceremony abläuft, wichtiger ist vielmehr, dass es eine Tradition geben sollte, die dem Ereignis die entsprechende Würde verleiht. Die Beantwortung, der allseits gern diskutierten Frage, ob während der Prüfung Zuschauer zugelassen sind, sollte man getrost dem jeweiligen Prüfer überlassen (in der AKKA entscheiden es die Prüflinge selbst, sind es mehrere, die gleichzeitig geprüft werden, müssen alle einverstanden sein).

 

Der Ablauf

  Aktion Abbildung Bedeutung
1. Setzen in der Reihenfolge der Graduierung in einer Reihe in Seiza

folgt demnächst

  • in den Kampfkünsten steht der Höchstgraduierteste, oder auch "Dienstälteste" entweder immer am Anfang einer Reihe oder in der Gruppe vorn
  • man sitzt im Kniesitz (jap.: Seiza), um sich auf eine bestimmte Sache zu konzentrieren, oder  einem Lehrer Ehrerbietung zu zeigen
2. Der neue Gürtel wird quer zum Prüfling vor ihm auf den Boden gelegt, er darf ihn noch nicht berühren. Der derzeitige Gürtel wird links an den neuen Gürtel in "L"-Form gelegt.  
  • links liegt, nach vorn zeigend, der alte Gürtel, der den alten Stand des Könnens, das Heute symbolisiert
  • gleich an ihm dran liegt der neue Gürtel in "L"-Form, der den Fortschritt, oder auch die nächste Stufe , auch der Übergang zur Zukunft darstellt
  • die rechte Seite des "L" ist offen, da die Zukunft unbekannt ist
  • der neue Gürtel darf nicht berührt werden, als Zeichen der Ehrfurcht vor dem Wert der  neue Stufe
3. Dann platziert der Schüler seine Hände zu einer Verbeugung auf den Boden , genau zwischen seinen Knien und dem neuen Gurt. Bei dieser Verbeugung berührt er mit seiner Stirn den neuen Gurt und richtet sich wieder auf.  
  • die Berührung des Gürtels mit dem Kopf symbolisiert, dass das Wissen erst durch den Kopf gehen muss, ehe es die Hände und Füße erreicht
4. Jetzt kann der Schüler den neuen Gurt aufnehmen und ihn zum ersten Mal  um seine Hüfte binden.    
5. Dann steht der Schüler auf in den Horse Stance, um das "kicked up" zu empfangen.  
  • Ed Parker schuf diese Symbolik, um die Schmerzen der Geburt zu symbolisieren, eine Wiedergeburt in einen neuen Rang
  • es gibt verschiedene Arten der Ausführung des "kicked up", das Ziel ist fast immer das selbe, der Magenbereich.
  • die Art der  Technik hängt von der Graduierung ab, White Belts bekommen einen Punch, Yellow Belts einen Heel Palm und ab Orange gibt es einen Kick
  • der Schüler empfängt die Technik mit ausatmen und einem Kiai
6. Es folgt eine Formal Salutation mit einem Händedruck und einer kurzen Umarmung vom Prüfer.    

 

 

 

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