Abhärtung

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Abhärtung in der Medizin                                      Abhärtung in der Kampfkunst

 

Abhärtung in der Medizin

Den Begriff "Abhärtung" kennt der Nichtkampfkünstler auch, nämlich aus dem Bereich der Medizin. 
Hier versteht man unter diesem Begriff das systematische Gegenwirken auf alle verweichlichenden Einflüsse der modernen Lebensweise. Also die Rückkehr zu einer naturgemäßen und somit gesunderen Lebensweise.
Weil der moderne Mensch seine Lebensweise darauf abgestellt hat, sich alle Anstrengungen und unangenehme äußere Einflüsse zu ersparen, führt dies zu einer Verkümmerung der natürlichen menschlichen Abwehrregulationen. Die Reaktion des Körpers drückt sich meist in krankhaften Erscheinungen aus.
Wir leben in überwärmten Räumen, kleiden uns wohlig warm, bewegen uns zu wenig und versuchen unsere Nahrung so zu gestalten, dass sowohl den Zähnen als auch Magen und Darm ein Großteil der normalen Arbeit abgenommen wird. Das ist aber eigentlich völlig falsch.

Aber.. auf die medizinische Seite wollen wir nicht weiter eingehen, kommen wir zur Kampfkunst......

 

 

 

Abhärtung in der Kampfkunst

 

Abhärtung in der Kampfkunst ist sehr wichtig, ohne eine gewisse Härte keine Kampfkunst. Man kann die Abhärtung in zwei Bereiche unterteilen:

            1. die körperliche Abhärtung                    2. die geistige Abhärtung

1. körperliche Abhärtung

Ich kenne Zeiten, da gab es viele Kampfsportler, die stolz ihre dicken Knöchel zur Schau trugen. Einige nannten sie "Eintrittskarte", wie auch immer das gemeint ist. Heutzutage kann man die mit den "dicken Knöcheln" suchen. Ich denke, dass dies ein Relikt der Anfangszeit im Karate war, welches heutzutage nicht mehr greift. Denn wer, von denen mit diesen Knöcheln, wusste denn schon um den eigentlichen Zweck der Abhärtung?  Man muss dazu sagen, dass in dieser Anfangsphase das Training auch viel von Hongkong Filmen geprägt war. Wenn die Jugend damals aus dem Kino kam, in dem gerade ein Bruce Lee Film lief, liefen alle so wie Bruce und stand man dann an der Bushaltestelle, konnte man darauf warten, bis der erste eine Demonstration seine Kung Fu Künste gab. Was damals was besonderes war, ist heutzutage nicht anders wie Fußball.

Heute ist das Thema Abhärtung oft in Vergessenheit geraten, dass maximale , was man erleben kann, sind Liegestütze auf den Knöcheln und ab und zu evtl. mal "Bauchhauen" zur Abhärtung der Bauchmuskeln. Ich kenne einige Vereine, die sich überhaupt nicht mit dergleichen abgeben.

 

 

1.1. Was kann man Abhärten und warum?

Körperteil

Zweck der Abhärtung

Knöchel der Faust Die Hand spielt in den Kampfkünsten eine Schlüsselrolle, den sie ist meistens die oder eine der Hauptwaffen. Sie kann geöffnet oder geschlossen benutzt werden. Anfänger  trainieren zuerst oft mit geschlossenen Fäusten, da hier die Verletzungsgefahr nicht so hoch ist. Der Nachteil einer geschlossenen Faust ist oft der, dass sich durch die Muskelanspannung des Schließens, der komplette Arm verspannt und dadurch die "Arbeitsgeschwindigkeit" negativ beeinflusst werden kann.
Was kann passieren?
Was kann man tun?
Dadurch, dass die Hand so vielfältig eingesetzt werden kann, ist sie natürlich auch erhöhten Gefahren ausgesetzt. Finger oder Daumen  können umknicken, . Kräftigung der Handmuskulatur durch spezielles Training, welches aber ständig im Gesamttraining eingebaut werden muss. Ab und zu mal was für die Hände tun ist genau so, wie nichts tun! Die Hände sind Teile deiner Waffen, also behandele sie auch so.
Handgelenke können überdehnt werden Hand- und Fußgelenke zählen zu den größten Schwachstellen in den Kampfkünsten. Werden Kräftigungsübungen vernachlässigt, kann die ganze Hand als Waffe unbrauchbar werden.
Durch Benutzung der geschlossenen Faust, dienen die Gelenke meist als Trefferfläche. Ohne Abhärtung kann die Haut oder die Gelenkkapseln verletzt werden. Verletzungen der Haut an den Knöcheln passieren meist durch schlecht geführte Techniken, z.B. werden Fauststöße nicht gerade zum Ziel geschlagen, sondern im Bogen, die Haut kann einreißen.

Gelenkkapseln werden verletzt, wenn die Techniken zu langsam oder ohne Hikite geschlagen werden. Ist das Ziel beim Punch härter als die Knöchel, ist es wichtig die Technik so schnell wie möglich wieder zurückzureißen, so, dass der Moment des Auftreffens so kurz wie möglich ist. Das schütz die Kapseln vor der Rückstoßkraft des Zieles. Je höher die Dichte des Zieles, desto härter schlägt es zurück!

Handkanten Die Handkante ist wohl die bekannteste der Waffen (wie heißt es so schön: "Bekannt aus Funk und Fernsehen!"). Die Benutzung der Handkante ist nicht so risikoreich, wie ein Stoß mit der Vorderfaust.
Was  kann passieren? Was kann man tun?
Prellung des Gelenks zwischen Fingergrundglied des kleinen Finger und 1. Mittelhandknochen oder Verletzung der Handwurzelknochen. Trefferfläche für Handsword ist die Handkante (der Mittelhandknochen 1 oder auch Ossa metacarpalia). Also weder das Gelenk zwischen Fingergrundglied des kleinen Finger und 1. Mittelhandknochen, noch irgendeiner der Handwurzelknochen! Also: Zielen üben beim Blocken oder Schlagen.
Fingerspitzen Fingerspitzen sind gute Waffen gegen Weichteile. Bei gutem Training können sie punktgenau und durch die kleine Trefferfläche auch Wirksam treffen.  Leider gibt es in den verschiedensten Kampfkünsten immer wieder "Theoretiker", die diese Waffen auch gegen harte Ziele einsetzen, in der Partnerübung wie in der Form. Diesen Freunden viel Spaß in der Reality! 
Was  kann passieren? Was kann man tun?
Umknicken der Finger, Verletzung der Gelenke Kräftigungstraining der Fingermuskulatur und die richtige Hand- und Fingerhaltung sind das A und O bei Fingertechniken. Meist werden die Finger so gehalten, dass sie sich während der Ausführung der Technik gegenseitig stabilisieren.
Ellbogen Ellbogentechniken zählen zu den stärksten Techniken in den Kampfkünsten, da die Trefferfläche sehr klein ist und das ausführende Gelenk sehr stabil.
Was  kann passieren? Was kann man tun?
Da das Ellbogengelenk sehr stabil ist, ist eine Verletzung eher selten, aber....es kann schon mal passieren, dass es eine Prellung abbekommt. Hier sind die selben "Spielregeln" wie bei einem Punch zu beachten: Ist das Ziel härter als der Ellbogen, dann möglichst schnell zurückziehen der Technik.
Unterarme Die Unterarme sind gute Waffen zur Abwehr von Angriffen jeglicher Art. Das bedeutet aber auch eine Belastung der Muskulatur und der Knochen. Im Kenpo benutzt man die Unterarme nicht um  Kraft gegen Kraft zu blocken, sondern um die Angriffsbewegung von ihrem Ursprünglichen Weg/ Ziel (nämlich uns zu verletzen) abzulenken. Diese Art der Ausführung ist am "gesündesten".
Was  kann passieren? Was kann man tun?
Prellung der Muskeln und Knochen bis hin zum Knochenbruch. Exaktes trainieren der Technik, Einhaltung der Winkel. Spannung der Muskeln im Unterarm während der Technik, Kräftigungsübungen für den Unterarm.
Füße Für Fußtechniken gelten die selben Regeln wie für Handtechniken.
Was  kann passieren? Was kann man tun?
Durch falsche Haltung des Fußes bei Techniken wie Snap Kick Verletzung des Mittelfußknochens oder der Zehen, beim Knife Edge Kick Verletzung des kleinen Zehe oder des Fußgelenks.
Snap Kick:
-  beachten der Trefferfläche, auf die Zehen achten
Knife Edge Kick:
- rechtwinkliges anwinkeln des Fußes (Schutz des kleinen Zehe)
- anwinkeln der Zehe (durch Spannung Schutz)
Bauchmuskeln Bauchmuskeln zählen zu den wichtigsten Muskeln, sie stabilisieren nicht nur den Oberkörper, sondern sie schützen auch unseren inneren Organe vor äußerer Krafteinwirkung.
Was  kann passieren? Was kann man tun?
Den Muskeln selber kann nicht allzu viel passieren, aber bei ungenügender oder keiner Anspannung  können innere Organe verletzt werden. Richtige Spannung der Bauchmuskeln, aufrechter Oberkörper, Schultern über der Hüfte halten

 

2. geistige Abhärtung

Geistige Abhärtung ist eng verbunden mit der körperlichen Abhärtung, dass eine funktioniert ohne das andere nicht. Die Härte insgesamt ist ein Produkt aus geistiger und körperlicher. Geistige Härte bedeutet Leid zu ertragen. Meist bringen Schüler schon einiges an körperlichen Voraussetzungen mit, sind aber andererseits mit wenig geistiger Persönlichkeit bezüglich der Kampfkunst ausgestattet. Deshalb bezeichnet man diese Stufe meist als "Embryonalzustand". In früherer Zeit wurden die Schüler, die von einem Lehrer trainiert werden wollten, zuerst einer sehr harten Prüfung unterzogen, dessen Ergebnis Auskunft gab über Charaktereigenschaften, Willensstärke, Bescheidenheit, Hartnäckigkeit und kulturelle Bildung. Diese Prüfung war auch eine Art Garant dafür, dass man sich nach deren Bestehen sicher sein konnte, einen "willigen" Schüler zu bekommen. Denn Willen ist eine der wichtigsten Voraussetzungen für erfolgreiches Training.

 

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