Kampfsport und Lebensalter

 
 
 
Wenn man älter wird, braucht man etwas länger für die Erwärmung vor dem Sport.
Warum eigentlich?
Weil die "alten" Knochen es brauchen,
oder weil man klüger geworden ist, im Laufe der Jahre?

 

 

Man schaut schon etwas ungläubig, wenn in der Dojotür plötzlich ein "älterer" Mensch steht, der auch nicht den Eindruck macht, der Vater eines Mitglieds zu sein. Die anfängliche Ungläubigkeit verschwindet nach ein paar ersten Worten meist zu Gunsten des Respekts. Der älteste, der in einer unserer Schulen trainierte, war schon einige Jahre über 60! Da stellt sich plötzlich die Frage nach der Beziehung zwischen Kampfsport und Lebensalter.

 
Kinder und Jugendliche
Natürlich ist die Trainierbarkeit des Körpers in den einzelnen Lebensabschnitten unterschiedlich. Kampfsport kann als Hauptmittel dienen, eine optimale Entwicklung auf physischen Gebiet zu gewährleisten. Kampfsport beeinflusst auch, über die Erziehung zu bestimmten Verhaltensformen, nachgiebig die Gesamtpersönlichkeit. Die Belastbarkeit von Kinder und Jugendlichen wurde früher, aber auch teilweise heute noch von ungeschulten Trainern, vielfach unterschätzt. Der jugendliche Organismus ist sehr bildsam und anpassungsfähig, er bedarf zu seiner optimalen Entwicklung relativ starker Bewegungsreize. Dadurch hervorgerufene Anpassungen und motorische Lernvorgänge können sehr bedeutsam für das ganze Leben sein. Man sollte vor der Pubertät die koordinativen Fähigkeiten gut ausbilden. Kinder und Jugendliche sind für motorische Lernprozesse besonders aufnahmefähig. Mit der Pubertät tritt ein Sprung bezüglich der Trainierbarkeit von Kraft und Ausdauer ein. Dieser Sprung betrifft die Kraftfähigkeiten jedoch stärker als die Ausdauerfähigkeiten. Das hängt mit der hormonellen Gesamtumstellung zusammen, es prägen sich nun auch Geschlechtsunterschiede bezüglich der konditionellen Fähigkeiten heraus. Jungen sind zwar in jeder Lebensphase den Mädchen überlegen, aber mit der Pubertät vergrößert sich dieser zusehens.

Übermäßige medizinische Vorsicht ist bei der Trainingsbelastung gesunder  Kinder unangebracht. Es sollte eine möglichst vielseitige körperliche Ausbildung gefordert werden, aber man sollte auf alle Fälle darauf achten, den Halte- und Stützapparat vor einseitiger Belastung zu schützen.

 
Lebensalter und Höchstleistungen
Die Grenze für Höchstleistungen erreicht man im allgemeinen so zwischen dem 16. und 30. Lebensjahr. Sportarten mit einem Höchstmaß an Kondition haben ein höheres Leistungsalter (20 - 30 Jahre), Langzeitausdauerdisziplinen haben das höchste Leistungsalter (bis 35 Jahre), technische Disziplinen weisen die größte Altersstreuung auf.  Im Kampfsport ist das so eine Sache mit dem trainieren bis ins hohe Alter. Es gibt da den Spruch: " Karate kann man bis ins hohe Alter machen!", doch wo sind denn die älteren Sportler z.B. im Shotokan Karate oder im TaekwonDo? Leider sind viele Stile heut zu Tage wettkampfgeschädigt und in ihrem Training weit ab von ausgewogener, allseitiger körperlicher und geistiger Schulung. American Kenpo zählt zu den  Kampfkünsten mit der höchsten Altersstreuung. Es gibt Kenpoisten, die nichts vom Kindertraining im Kenpo  halten, da sie denken, dass die Anforderungen hier zu hoch sind. Das liegt doch aber am Trainer und kann auch ganz anders laufen.

 

Leistungsabfall

Leistungsabfall beginnt in den einzelnen Organen  unterschiedlich, auch für den Gesamtorganismus ist er individuell abhängig von den jeweiligen Anforderungen. Leistungsabfall ist zunächst als solcher nicht spürbar. Zwischen 30 und 35 Jahre erfolgt der erste Leistungsknick, weitere folgen dann mit dem 45. und 65. Lebensjahr. Aus diesem Grunde muss die sportliche Belastung den Leistungspotenzen und biologischen Möglichkeiten angepasst  werden. Man kann von einem 45 jährigen Kenpoanfänger nicht das selbe verlangen, wie von seinen 30 Jahre jüngeren Mitkenpoisten. Bewegungsreize sind aber für den optimalen Funktionszustand des Organismus sehr wichtig. Sportliche Übungen verzögern den Altersabbau und erhalten die Aktivität älterer Menschen.

 

 

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