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Die Atmung
 
Das Wichtigste einer Übung                Die Physiologie der Atmung              Die Bauchatmung     
      Die Technik der Hara - Atmung
Seitenstiche

Das Wichtigste einer Übung

Jemand fragte einmal: "Was ist das Wichtigste an einer Übung?"
Es ist die Atmung!
Ein Mensch kann bis zu drei Wochen ohne Nahrung auskommen und bis zu drei Tage ohne Wasser, aber ohne Sauerstoff, schafft er es nicht mehr als einige Minuten! Schlechte Atmung im Kampfsport kann eine gute Technik wirkungslos machen.
Richtige Atmung im richtigen Moment unterstützt:atmung1.jpg (16660 Byte)
  • die Stabilität der Bewegung

  • die Kraft und das Timing des Flusses der Bewegung

  • schafft Widerstand gegen Krafteinwirkungen des Gegners

  • die Neutralisierung einer momentanen psychischen Bedrohung.

Achtet man auf die Art und Weise wie der Gegner atmet, kann man angreifen wenn der Gegner einatmet und dadurch seine Techniken wirksamer machen. Eine korrekte Atmung für ein Maximum an Effizienz ist nicht nur für Kenpo wichtig, sondern auch für alle anderen Sportarten. Atmet man beim Schwimmen nicht richtig, wird man langsamer. Die richtige Ausatmung des Boxers durch die Nase, gibt ihm mehr Power.

 
Die Physiologie der Atmung
Resorbierte Nährstoffe in den Zellen müssen verbrannt werden, um die lebensnotwendige Energie aus den zugeführten Stoffen für den Organismus nutzbar zu machen. Damit diese Verbrennungen (Oxydationen) in den Körperzellen ablaufen können, ist die Anwesenheit von Sauerstoff notwendig. Diese Verbrennung ist aber nicht gleich mit einer herkömmlichen Verbrennung im Ofen. Die dabei entstehenden Temperaturen wären viel zu hoch und würden die Zellen schädigen. Im Körper erfolgt die Verbrennung in langsamer Form Schritt für Schritt. Der Vorgang der Verbrennung läuft mit Hilfe von Atmungfermenten ab, wodurch keine hohen Temperaturen entstehen. Ohne Sauerstoff ist er menschliche Organismus nicht lebensähig, dieser wird aus der atmosphärischen Luft entnommen und durch Atmung dem Körper zugeführt. Versagt die Atmung oder ist in der Luft kein Sauerstoff enthalten, tritt bald der Tod oder Lähmung ein. Eine weitere Aufgabe der Atmung ist die Kohlendioxidabgabe. Würde das bei der Verbrennung entstehende Kohlendioxid nicht ausgeschieden, so würde es den Organismus vergiften und man würde Ersticken (Asphyxie).
 

 

 
 
 
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Da die Atmung die wesentlichste Funktion unseres Körpers ist und auch eine große Bedeutung für den Kampfsport hat, kommt man nicht umhin, sich eingehender mit ihr zu beschäftigen. Ohne die Atmung ist kein Leben möglich, sie ist wichtiger als Essen und Trinken. Schlechte Atmung kann zu gesundheitlichen Problemen führen. Flache Atmung ist eine Zivilisationskrankheit.

Atmet man zu flach, nutzt man nur einen geringen Teil der gesamten Lungenkapazität, man atmet nicht genügend Sauerstoff ein und Kohlendioxid wird unvollständig abgeatmet. Hierdurch wird das Blut verunreinigt, welches Muskeln und innere Organe in der Folge schlechter mit Nährstoffen versorgt. Die Folgen sind Kopfschmerzen, Müdigkeit, Herabsetzung der Widerstandsfähigkeit gegen Krankheiten und die Blutgefäße werden in Mitleidenschaft gezogen und Venenleiden begünstigt.

Im Kampfsport wird die tiefere Bauchatmung (Zwerchfellatmung oder Hara-Atmung) genutzt. Bei dieser Atmung werden die Bauchmuskeln und das Zwerchfell benutzt, dass heißt die Atmung erfolgt durch heben und senken des Zwerchfells.

Die einen benutzen diese Art der Atmung , um gesund zu bleiben, andere um ein Maximum an Kraft zu erzeugen. Gleich ob für Gesundheit oder Kraft, die Methode ist die selbe. Östliche Kulturen haben sich eine Fülle an Wissen angeeignet über die Atmung, diese fließen auch in das alltägliche Leben ein.

 

Wirkung für die Gesundheit

Wirkung für den Kampfsport

  • massieren der inneren Organe

  • Unterstützung der Verdauung

  • Entlastung des Herzens, durch das entstehende Druckgefälle beim Ein- und Ausatmen unterstützt das Pumpen des Blutes nach oben

  • die Stabilität der Bewegung

  • die Kraft und das Timing des Flusses der Bewegung

  • schafft Widerstand gegen Krafteinwirkungen des Gegners

  • die Neutralisierung einer momentanen psychischen Bedrohung

  • Schutz der inneren Organe

Wenn wir einatmen geht Sauerstoff ins Blut. Diese Verbindung, eine Form der Verbrennung, reinigt das Blut und reichert es mit Sauerstoff an. Dann wird es zurück zum Herz gepumpt und zirkuliert im ganzen Körper.

Unreinheiten aus dem ganzen Körper werden bei der Ausatmung nach außen transportiert. Die richtige Atmung ist also unbedingt erforderlich. Die Lungen müssen trainiert werden, damit sie ein Maximum an Verunreinigungen aus dem Blut nehmen können. Schlechtes Blut würde den Kreislauf vergiften.

Um ein Maximum an Kraft für die Technik zu erzeugen, ist eine richtige Atmung grundlegend, so lehrt es die Tradition der Kampfkünste. Sie lehrt weiterhin, dass ein Schüler mit einem hohen technischen Niveau, nie ein Maximum an Power erzeugen könnte, wenn er nicht parallel zur Technik die Atmung trainieren würde. Das Zusammenwirken zwischen Atmung und innerer Kraft nennt man Chi oder Ki.

Heute versteht jeder die "krafterzeugendste" Atmungsart sei die Ausatmung. Das ist das falsch, die Pressatmung erzeugt die meiste Kraft! Warum dann ausatmen während einer Technik? Der Mensch ist für Pressatmung nicht geschaffen, es können Gesundheitsschäden durch Blutansammlungen im, oder aber auch mangelhafter Sauerstoffzufuhr  zum Gehirn entstehen. Also, die alten Meister lehrten die Hara-Atmung nicht wegen der hohen Krafterzeugung, sondern um einfach gesund zu bleiben.

Die Technik der Hara-Atmung
Ein Bestandteil der Atmung in den Kampfkünsten ist der Kiai. In vielen Sportarten wird die Atmung angehalten und komprimiert, um ein Maximum an Kraft zu erzeugen, in den Kampfkünsten wird bei großen Kraftanstrengungen ausgeatmet. Wer kennt das nicht, dass man beim Anheben eines schweren Gegenstandes erst die Luft anhält und dann plötzlich unter einem Stöhnen von sich gibt und schon erscheint uns die momentane Anstrengung leichter. Diese Art der Atmung unterstützt eine Kraftanstrengung, ist aber nicht gesund.

In den Kampfkünsten wird die Luft nicht angehalten (also der Kehlkopfdeckel verschlossen), sondern unter Kompression, während der Kraftanstrengung, ständig abgeatmet. Diese Kompression der Luft in den Lungen wird durch Ausatmung mit nur leicht geöffnetem Kehlkopfdeckel erreicht. Dieser wirkt wie ein Ventil, dass den Luftstrom nach außen reguliert.

Dadurch entsteht auch das typische Ausatemgeräusch eines Kampfsportlers, dem Schnarchen ähnlich. Das Schnarchen beim Schlafen wird ja auch auf die selbe Art und Weise erzeugt, die Muskeln erschlaffen und der Kehlkopfdeckel beginnt sich zu schließen, dadurch erzeugt die ausströmende Luft diese Geräusch.

Mittels ausatmen oder auch dem Kiai (Kampfschrei) kann man nicht nur die mentale Kraft und die Technik verstärken, sondern auch physische Krafteinwirkungen von Techniken eines Gegners auf unseren Körper neutralisieren.

Würde man während so einer Krafteinwirkung auf unseren Körper die Luft anhalten, so hätte die Luft in der Lunge keine Möglichkeit zu entweichen und sie könnte verletzt werden (Lungenriss). Der leicht geöffnete Kehlkopfdeckel ist für die Lunge wie ein Ventil das vor "Überdruck" schützt. Das Luftpolster der Lunge schützt bei äußerer Krafteinwirkung auch die anderen inneren Organe.


Besonderheiten der Atmung
 

 

Einige Zeit war man mal der Auffassung, dass Seitenstiche entstehen, wenn sich die Gefäße der Milz zusammenziehen, um bei Belastung das in der Milz gespeicherte Blutvolumen in den Kreislauf abzugeben. Man weis heute, dass der Milz solche Aufgabe nicht zukommt, denn auch Menschen  ohne Milz bekommen Seitenstiche.
Man sagt heute, dass die Seitenstiche im Zwerchfell entstehen und zwar dann, wenn dieser wichtige Atemmuskel seinen Sauerstoffbedarf vorübergehend nicht ausreichend decken kann. Diese Theorie bekräftigen Beobachtungen, dass Seitenstiche öfter bei untrainierten Personen auftreten, besonders nach einer größeren Mahlzeit, wenn die Umverteilungsvorgänge des Kreislaufsystems langsamer ablaufen. Wenn im weiteren Verlauf der Belastung das Sauerstoffangebot den Sauerstoffbedarf des Zwerchfells zu decken vermag, verschwinden diese Beschwerden meistens.
Auch die Erfahrung , dass ausdauertrainierte Sportler seltener Seitenstiche verspüren, wenn sie sich vor der Belastung ausreichend warm machen, unterstützt diese Theorie.

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