KARA - HO - KEMPO

Entwicklung                 Schulen


Der Entwicklungsweg des Kara-Ho

Die Zeit: vor ungefähr 50 Jahren.
Der Ort: die gesetzlosen Straßen von Hawaii
Der Mann: William Kwai Sun Chow, welcher später in der Kampfkunst-Welt als Professor William "Thunderbolt" K. S. Chow bekannt wurde. Mit den Jahren ging Professor Chow`s erstaunlicher Kampfstil und sein Ruf um die ganze Welt, aber nur sehr wenig ist über die Person selbst bekannt. Von den 60er bis in die 80er Jahre strömten mehr und mehr Kampfkünstler nach Hawaii, um von ihm unterrichtet zu werden, aber nur sehr wenige hielten seinen brutalen Trainingsstil durch.
Professor Chow begann sein Kampfkunst-Training bei seinem Vater, einem Einwanderer aus Shanghai, China, wo er in einem örtlichen Tempel ein buddhistischer Priester gewesen war. Priester Hoon Chow lehrte seinen Sohn, William, die Wege des Zen, wie sie in den Kung-Fu Tempeln Chinas gelehrt wurden. Das Training war sehr intensiv, aber William spürte daß die Trainingsmethoden seines Vaters in den Straßen von Hawaii nicht praktikabel waren uns so begann er Trainingsmethoden und -verfahren zu entwickeln, um einen einmaligen Kampfstil so anzupassen, daß er als Straßenverteidigung wirkte.
Sein Vater reiste zurück nach China, so das William nach anderen suchte mit denen er trainieren könnte und in Hawaii war zu der Zeit ein Kampfkünstler mit dem Namen James Mitose. Mitose unterhielt ein Kenpo-Jujitsu Dojo (J. Mitose; What is Self-defense?; Copyright 1953) und Chow wurde schon bald ein Teil dieses Dojo. Es wurde oft gesagt, daß Chow alles was er konnte, von Mitose gelernt hätte, aber Leute die mit beiden trainiert haben, stimmen darin überein, daß Mitose immer die geschäftliche Seite von allem im Auge behielt und eine sehr intellektuelle Person war, während Chow ein Techniker war, der andere in der Art trainierte, daß er handliche Portionen der Künste unterrichtete.
Die Verbindung war nur von kurzer Dauer und schon bald trennten sich die Wege der beiden Männer dadurch, daß Mitose sein System als Kosho-Ryu Kenpo bekannt machte und Chow sein System Chinese Kempo Kara-Ho Karate nannte. Beide Männer hatten ihre eigene Gefolgschaft.
Als Chow begann in verschiedenen Gebieten der Insel zu unterrichten, warb er verschiedene Schüler an, die in der heutigen Kampfkunstwelt recht bekannt wurden. Einige dieser Männer waren Edmund Parker, Adriano Emperado und Sam Kuoha. Viele andere Kampfkünstler suchten nach Chow`s Lehren und erhoben damit auch den Anspruch ein starker Teil seiner Linie zu sein.
 
 
Sam Kuoha
Wegen seiner explosiven und schnellfeuer-ähnlichen Techniken zu den Vitalpunkten des Körpers, wurde er als der Mann beschrieben, der schlägt wie ein Blitzschlag. Dies blieb haften und wurde sein Spitzname "Thunderbolt". Seine Ausdauer in der Kunst immer wieder Verbesserungen einzuführen, machte starken Eindruck auf einen seiner Schüler, Sam Alama Kuoha.
Kuoha`s Kampfkunst-Karriere begann mit 4 Jahren, als er bei seinem Onkel trainierte, Sensei Joe Mack Makahilahila, der sich zu dieser Zeit um ihn kümmerte. Als er älter wurde wuchs die Faszination, als er seinen Vater, ebenfalls Sam Kuoha, einen Vollblut-Hawaiianer sah wie er eine hawaiianische Kunst mit dem Namen "Lua" trainierte. Die Übersetzung von Lua ist mit "Knochenbrechen" am besten beschrieben und darum ging es auch.
Im Alter von 10 Jahren, während eines Judo-Trainings in einem lokalen YMCA, beobachtete er eine Karate-Klasse und nachdem er eine Weile zugesehen hatte, wandte er sich an seine Mutter um dort Unterricht zu nehmen. Nach ein paar Jahren im Judo, wurde er dem Karate-Lehrer Charles Kuheana vorgestellt. Die Dinge nahmen einen günstigen Verlauf, denn Kuheana war ein Schützling von Chow. Kuoha beendete sein bisheriges Leben im buddhistischen Tempel, zusammen mit 5 anderen Schülern trainierte er nun fast 10 Stunden täglich.
Kuheana führte Kuoha in das Chinese Kenpo Systm ein. Es kam verschiedene Male vor, daß sich Chow und Kuoha trafen, wenn das Training im Gym der Heilsarmee abgehalten wurde. Das Training von Chow war hart und anspruchsvoll und aus diesem Grund kam es selten vor, daß Chow die jüngere Generation unterrichtete. Im Gegensatz zu Chow, war Kuheana extrem geduldig und verständnisvoll mit den Schülern. Kuoha unterstützte Kuheana beim Unterricht im Gym und manchmal hatten sie fast 100 Schüler.
Nach seiner Schulzeit heiratete Kuoha und zog zurück in eine Gegend, in der er ursprünglich sein ganzes Leben verbracht hatte, sie hieß Kalihi und war bekannt für die schwere Nachbarschaft, aber er war hier aufgewachsen. Hier traf er mit Professor Chow zusammen, der nur eine Straße weiter wohnte.
Kuoha`s Traum Polizist zu werden, begann zu verblassen, als in Hawaii zu dieser Zeit eine Mindestgröße und -gewicht eingeführt wurden (mit 21 Jahren war er knapp 1,78 m und wog bloß 61 kg). Er erhielt aber die Möglichkeit die neuen Polizisten im Nahkampf (besser bekannt als Defensive Tactics) zu unterrichten.
Später zog Kuoha nach Kalifornien und begann das Training in verschiedenen Systemen, wie Tae Kwon Do, Kung Fu und und einer Kunst, die er wegen ihrer internen Lehren wirklich liebte, das Aikido. Als er Heimweh nach der Kunst des Kenpo bekam, rief er mehrmals in Hawaii an, aber nicht ein einziger wußte etwas über den Verbleib von Chow. Mitte der 70er Jahre erhielt er einen Anruf von seiner Mutter, einer Freundin von Patsy Chow, daß Professor Chow doch noch gefunden wurde und er bereit war mit Kuoha zu sprechen. Man sollte dabei beachten, daß alle Versuche während dieser Zeit Kontakt mit Kuheana aufzunehmen, vergeblich waren.
Kuoha flog zurück nach Hawaii und verbrachte ein paar Wochen mit Professor Chow. Er hatte keine regulären Schüler zu dieser Zeit. Kuoha nahm das Training mit Professor Chow wieder auf und er hatte die Möglichkeit mehrmals im Jahr Urlaub zu machen (als Polizist konnte er eine Menge Überstunden ansammeln und kam so auf 8 -10 Wochen jedes Jahr).
Das Training war sehr intensiv und Besuche bei seiner eigenen Familie waren sehr selten. In 3-wöchigen Abschnitten trainierten Kuoha und Chow von 9.00 Uhr bis 22.00 Uhr täglich. Kuoha wollte treu werden und das wollte nicht nur sich selbst beweisen, sondern vor allem wollte er Professor Chow beweisen daß er genau das war, ein treuer Schüler. Der Professor gab zu dieser Zeit seine Unzufriedenheit mit vielen Leuten weiter, die ihn für ein paar Stunden besuchen kamen und er dann hören mußte, daß sie Anspruch darauf erhoben, seine treuen und anhänglichen Schüler zu sein und er war darüber sehr verärgert.
Seit dem vorzeitigen Ableben von Professor William K. S. Chow im September 1987, war Kuoha dennoch bis heute ein treuer und hingebungsvoller Schüler. Kuoha trainierte nur 5 Wochen vor seinem Tod mit Professor Chow und zu dieser Zeit hatte Chow die Möglichkeit mit Kuoha`s Tochter, Ka`imipono Renaye Kwai Sun, zusammenzutreffen, einem Kind das nach ihm benannt war. Bei diesem Besuch flüsterte er Ka´imi heiter zu sie möge ihr Training fortsetzen und eines Tages sein System übernehmen.
 
 
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