Shôtoku Taishi
 

Hausarbeit

vorgelegt an der

Fachhochschule Ludwigshafen
Abteilung Marketing Ostasien- Japan

vorgelegt von
Thomas Osburg

Ludwigshafen, den 17.01.2002

Inhaltsverzeichnis

Thema Seite:

Einleitung 1

1. Wer war Shôtoku Taishi? 3

2. In was für einer Zeit lebte er? 7

3. Sein Wirken. 11

Schlusswort 16

Literaturverzeichnis

Einleitung:
,,Shôtoku Taishi", gibt man diesen Begriff in eine der vielzähligen Internet Suchmaschinen ein so wird man geradezu erschlagen von Berichten über diese Person. Besonders auffällig hierbei ist jedoch die große Vielfalt an Themengebieten, die im Zusammenhang mit diesem Namen genannt werden können. Entweder es wird über einen großen Politiker bzw. Reformers des altertümlichen Japans berichtet, oder der Vater des japanischen Buddhismus wird vorgestellt oder es wird sogar von einer mythischen Person des Altertums mit übermenschlichen Kräften geschrieben. Dies ist jedoch nur eine kleine Auswahl an Fähigkeiten und Tätigkeitsgebieten, die der Person Shôtoku Taishi zugeschrieben werden. Solch eine Mannigfaltigkeit zeigt welch starke Stellung diese Person in der Geschichte Japans gehabt haben muss und wie sehr sie noch heute im Blickpunkt des Interesses steht. Doch woher rührt nun diese besondere Berühmtheit Shôtoku Taishis? Und wie hoch kann man den Wahrheitsgehalt solcher Berichte einstufen?
Diese und noch mehr Fragen möchte ich mit meiner Arbeit versuchen zu klären.
Hierfür habe ich den vorliegenden Text in 3 Hauptteile gegliedert

In Punkt 1 werde ich anhand einer kleinen Biographie genauer darauf eingehen, wer Shôtoku Taishi war, wer ihn beeinflusste und wen er beeinflusste. Hier sollten die Soga Familie und Kaiserin Suiko genannt werden.

In Punkt 2 werde ich genauer auf die Zeit - die Asuka-Ära - eingehen in die Shôtoku Taishi hineingeboren wurde. Wer herrschte in Japan und wie sah diese Herrschaft aus.

In Punkt 3 behandle ich die vielen Tätigkeitsbereiche die Shôtoku Taishi meist sehr erfolgreich betrieb. Hier sollten neben der Politik auch seine Schriftstellerischen Leistungen und sein Engagement für den Buddhismus in Japan genannt werden.

Im Schlussteil werde ich die Bedeutung Shôtoku Taishis für die heutige Zeit betrachten.

1. Wer war Shôtoku Taishi?
Links: Das älteste noch erhaltene Portrait Shôtoku Taishis in Japan. Es zeigt Shôtoku Taishi und seine 2 Söhne, Yamashiro und Eguri no Ôe

Unten: Shôtoku Taishi unterwegs von seiner Residenz in Ikaruga zum Kaiserpalast in Asuka


Wer war Shôtoku Taishi?
Glaubt man den Aufzeichnungen des Nihon Shoki1( das 720 von Gelehrten Mönchen in chinesischer Schrift verfasst wurde), so war Shôtoku Taishi eine überaus charismatische und mit überragender Intelligenz und Auffassungsvermögen ausgestattete Person. So soll er z.B. die Gabe besessen haben, zehn Staatsmännern die ihm alle gleichzeitig ein jeweils vom anderen verschiedenes Thema vortrugen, zuhören zu können und danach jedes einzelne Thema mit dem, der dies vorgetragen hatte einzeln zu behandeln. Es waren jedoch nicht nur seine eigenen Fertigkeiten, die ihn so außergewöhnlich machten. So wurde er z.B. auf seinen Reisen zwischen seiner Residenz in Ikaruga (heute Osaka) und dem Regierungspalast auf dem Rücken eines geflügelten Pferdes durch die Lüfte getragen. (siehe Bild oben rechts)
Ob man nun solche Legenden sonderlich viel Authentizität nachsagen kann, muss wohl stark bezweifelt werden. Was etwas genauer fundiert ist, sind folgende Daten.
574 n.chr. wurde Umayado no Toyotomimi no Mikoto als Sohn des zukünftigen Kaisers Tachibana no Toyohi2 oder besser bekannt unter seinem Kaiserlichen Namen Yômei (? bis 587) und der Prinzessin Anahobe no Hashihito no Himemiko (? bis 622) geboren und war somit ein Kronprinz des Reiches Yamato.
Laut dem Nihon Shoki verdankte Shôtoku Taishi seinen ursprünglichen Namen der Begebenheit, das seine Mutter gerade als sie den Pferdestall inspizieren wollte, plötzlich und ohne Anstrengungen von ihm entbunden wurde3. Daher Umayado no Miko: Prinz vom Pferdestall.
Er wird in der Literatur noch unter anderen Namen erwähnt, jedoch zur nationalen, religiösen und geschichtlichen Berühmtheit, gelang er unter dem Namen Shôtoku Taishi (Prince of sagely virtue). Auch wenn dieser Name erst im 8. Jahrhundert (706) als Inschrift im Hokkiji Tempel das erstemal erwähnt wurde.
Als 587 Shôtoku Taishi´s Vater Kaiser Yomei starb, entbrannte ein 1 jähriger starker Machtkampf zwischen den pro buddhistischen Soga unter Führung Soga no Umako´s und den pro shintôistischen Mononobe unter Führung Mononobe no Moriya´s. Shôtoku Taishi kämpfte zusammen mit anderen Prinzen an der Seite der Soga. Auch wenn sich dieses Kämpfen nur auf beten zu Buddha für den Sieg des Soga Clans beschränkte, so wurde dies doch, von Soga no Umako nach seinem Sieg über die Mononobe und ihren Verbündeten, mit ehemaligen Besitztümern der Besiegten entgolten. Diese spendete er jedoch später dem Hôryuji Tempel.
Durch seinem Sieg, konnte Umako seinen Neffen Sushun im Jahre 588 inthronisieren. Doch nach gerademal 5 Jahren der Regierung ließ Umako, Sushun trotz Blutsverwandtschaft nach einer Fehde ermorden.
Als nächster Kaiser wurde dieses mal, wohl um weitere -störende- Einmischungen des Souveräns in Umako´s Pläne zu verhindern, eine Frau ausgewählt. Es war Suiko (Toyomike Kashikiya-hime), die Witwe des ermordeten Kaisers Bidatsu und Nichte Umako´s, die nun den Thron bestieg. Damit wurde sie 592 zur ersten weiblichen Kaiserin Japans, von der es bewiesen ist, das sie wirklich existierte. 593 entschloss sie sich, sich aus der Politik herauszuhalten und ernannte auf drängen Umako´s Shôtoku Taishi, anstatt eines ihrer eigenen Kinder zu ihrem Regenten. Mit dieser Entscheidung wollte sie wohl verhindern so zu enden wie ihr Vorgänger. Shôtoku Taishi wurde wohl aufgrund seines großen Engagements für den Buddhismus und seiner Bewandtheit in religiösen und politischen Dingen, sowie seinem engen Verwandschaftsgrad mit Umako, der sein Onkel väterlicher-, sowie mütterlicherseits war, ausgewählt. So geschah es dann, dass er im Alter von gerademal 20 Jahren an der Spitze der Macht angelangt war. In dieser Position wuchs er zu einer wichtigen Persönlichkeit mit großer Macht an, deren Höhepunkt er im Alter von ungefähr 30 Jahren erreichte. Diese Macht nutze er auch reglich aus und sorgte dafür, das die politischen Beziehungen zu China wieder im vollen Maße aufgenommen wurden. Durch diese Wiederaufnahme kam es zu einem regelrechten aufsaugen chinesischer Kultur. Angefangen bei dem weiter fortgeschrittenen Staatswesen bis hin zu den handwerklichen Fähigkeiten, alle neuen Eindrücke wurden eifrig studiert, japanisiert und eingeführt. Zu diesem Zwecke, schickte Shôtoku Taishi mehrere Gesandtschaften in das Reich der untergehenden Sonne.
Aber er war auch selbst den Buddhismus und Konfuzianismus lehrend tätig und soll der erste Japaner gewesen sein, der die Hokekyô (oder Lotussutra), Yuima und Shôman Sutren komplett verstanden hat und Kommentare zu diesen 3 Sutren schreiben konnte.
Weiterhin soll er 12 Fähigkeitsränge, nach chinesischem Vorbild geschaffen und eine 17 Artikel umfassende Verfassung geschrieben haben4. Auffällig wird dann das von Shôtoku Taishi in den letzten Jahren seines Lebens, um genau zu sein von 605, als er seine Residenz in Ikaruga bezog, bis er 622 im Alter von etwa 50 Jahren in Ikaruga no Miya starb. So wurde im Nihon Shoki in diesem Zeitraum nur 5 mal sein Name erwähnt.
Er hinterließ seine Frau Tajiko no Iratsume (eine Tochter Soga no Umako´s) mit zwei Kindern Yamashiro und Eguri no Ôe, die von ihm in gang gesetzten Veränderungen und eine durchweg glorifizierende Darstellung seiner Persönlichkeit.

2. In was für einer Zeit lebte Shôtoku Taishi?
In der Geschichte Japans sah es zweimal so aus als hätten die Japaner fast ihre komplette Kultur zugunsten einer neuen, von außen zugeführten Kultur aufgegeben. Dies geschah zum einen während der Meiji-Restauration 1868 im Sinne einer groß angelegten Europäisierung Japans. Zum anderen geschah dies während der Yamato-Ära (300 - 710 n.Chr.) an deren Ende, der Asuka-Zeit (552-662) Shôtoku Taishi als Regent Kaiserin Suikos politisch aktiv war und Japan die chinesische Kultur geradezu aufsog.
Doch sah es zu beginn der Yamato Zeit noch ganz anders aus. Es war eine Zeit in der sich allmählich eine zwei Klassen Gesellschaft, bestehend aus einer kleinen herrschenden Militärischen Elite und einem Gross an agrarbetreibenden Untergebenen entwickelte. Seit dem 4. Jahrhundert kann man allgemein von zwei Gruppen sprechen, den Uji und den Be. Innerhalb eines hierarchischem Systems von Abstammungen schlossen sich große blutsverwandte Adelsgeschlechter zu einer Art Clan, gemeinhin Uji genannt zusammen. Diese Uji, sammelten sich um die Hauptlinie des Yamato Geschlechts das als direkter Abkömmling der Götter verehrt und geachtet wurde. Doch so mächtig die Uji auch waren, sie brauchten die Unterstützung der anderen, der zweiten Klasse. Das waren die Bauern, Handwerker... die Be. Diese waren in Dorfgemeinschaften Organisiert, denn der extreme Aufwand, den eine Bewirtschaftung von Nassreisfeldern mit sich brachte5, war für eine einzelne Familie nicht zu bewältigen. Die Ujis die einige der heutigen Provinzen beherrschten, schlossen sich in einer Art militärisch-politischer Konföderation zusammen. Im sechsten Jahrhundert waren dann die ersten Anstrengungen zur Entwicklung eines geeinten Regierungssystems erkennbar geworden.
Die Hauptlinie der Yamato Uji ernannte sich selbst zum Sumera-Mikoto (Wahrer Landsherr). Ausgestattet mit der Abstammung von der Sonnengöttin Amaterasu, sowie den Herrschaftsinsignien Spiegel, Schwert und Juwel behauptete es seine politischen Herrschaftsansprüche über den Verband der Uji-Altesten und forderte Unterstützung in militärischen und wirtschaftlichen Belangen durch einen Dienstadel. Ein Rangsystem, das in der Literatur unter dem Namen des Uji-Kabane Systems bekannt ist6,wurde ins Leben gerufen und den Familien verliehen, die der Hauptlinie der Yamato-Uji am nächsten standen. Das gesamte Land wurde in sogenannte Kuni eingeteilt, die in etwa den Einflussbereichen der größeren Uji entsprachen. Die jeweiligen Clan-Ältesten wurden zu Gouverneuren dieser Kunis ernannt und durch Militäraktionen wurde der Machtbereich Yamatos weiter ausgebaut und gefestigt. So unterhielt Yamato schon seit Ende des 4. Jahrhunderts eine Kolonie, namens Mimana im Süden der Koreanischen Halbinsel. Diese war nicht nur wegen Ihrer militärischen Aspekte sondern vielmehr auch wegen der Möglichkeit der Aneignung neuem Wissen und Übernahme gelernter Arbeitskräfte, von Interesse. Doch das was wir heute unter Korea verstehen, bestand zu diesem Zeitpunkt aus vier Ländern: Koguryô, Silla, Paekche und das schon erwähnte Mimana. Im Laufe der Geschichte verbündete sich Yamato -wahrscheinlich wegen der günstigen Lage und dem wohl höheren stand der Kultur- am häufigsten mit Paekche. Doch als Silla 532 Paekche überrollte, verlor das Japan der Yamato Zeit die hälfte Mimanas. 562 musste der Vorposten auf der Halbinsel endgültig aufgegeben werden. Jedoch suchten nicht nur die Yamato Herrscher nach wirtschaftlicher Expansion, die Uji Führer verstärkten ebenfalls sehr bald die Kontrolle über die Arbeitskräfte und Ertragsquellen in ihren Gebieten. Während das ,,Sonnengeschlecht" eine straff organisierte Zentralstaatsform aufzubauen versuchte, besaßen die Uji Führer bald soviel Macht, dass sie das Oberhaupt des Sonnengeschlechts geradezu entmachteten und damit begannen sich aus der Konföderation zu lösen und erklärten ihre Kuni als unabhängig. Das auf Familienbanden und shintoistischen Glauben mühsam aufgebaute Yamato Reich schien zu zerbröckeln. Die Notwendigkeit eines neuen Regierungssystems und eine neue Ideologie war unübersehbar. Hier kamen die Entwicklungen im so bewunderten China gerade recht. China schaffte es in überwältigender Form den maroden Regierungsapparat wieder zu sanieren und die Stellung des Kaisers durch den Buddhismus zu stärken. Als der damalige Herrscher Yamatos, Kinmei mitte des 6. Jahrhunderts ein Bild Buddhas, sowie einige buddhistische Schriften und einen Brief, in dem der Herrscher Paekches den Buddhismus empfiehlt, von diesem mit der Bitte um Hilfe im Kampf gegen Silla empfing, fragte er seine Berater ob denn dieser neue Glaube angenommen werden sollte. Diese Frage sollte das Yamato Reich spalten. Denn die Uji Führer sahen ihre Machtansprüche dahinschwinden, da diese ja auf der Abstammung von bestimmten Kami7 beruhte. Es bildeten sich zwei Gruppen, die Anti-Buddhistischen Mononobe auf der einen und die Pro-buddhistischen Soga auf der anderen Seite.
Dieser Kampf sollte einige Jahrzehnte dauern. 587 jedoch löschten, wie oben schon erwähnt, die Soga unter der Führung Soga no Umako´s die Mononobe aus und sicherten damit die Annahme der neuen Religion. 592 konnte, der laut Überlieferungen als äußerst skrupellose, Umako den Mord an dem Yamato Führer Sushun(sein Neffe) arrangieren und setzte seine Nichte Suiko auf den Thron. Als Regent wurde Shôtoku Taishi ausgewählt. Seine Taten und Werke - sowie unter anderem sein Sohn - sollten dafür sorgen, dass das was er nicht zu tun vermochte, nämlich eine umfassende Politische Reform, an deren Ende die Annerkennung des Herrschers im Sinne eines Kaisers und einem Hofstaat nach chinesischem Vorbild, im Jahre 645/46 verwirklicht wurde. Die Taika Reform wurde Ausgerufen und damit begann die 1. politische, 2. religiöse und 3. kulturelle Assimilierung Chinas.

3. Sein Wirken
Glaubt man den ,Aufzeichnungen im Nihon Shoki und Kojiki, so müsste man Shôtoku Taishi heutzutage, als ein allround Talent bezeichnen. Er war sowohl auf dem politischen, als auch auf dem religiösen Parkett zuhause, aber auch als Bauherr und Schriftsteller machte er sich einen Namen. Wenden wir uns jedoch zuerst seinen politischen Leistungen, was zu dieser Zeit auch die Religion bzw. Glaubensgrundsätze implizierte, zu. So ist einer der ihm zugeschriebenen Verdienste sein großes Bemühen um die Wiederaufnahme der ins Stocken geratenen Beziehungen zum chinesischen Sui-Hof, der in China demonstrierte, wie das von Shôtoko angestrebte Ziel der Landeseinigung mit zentralistischer Regierung zu funktionieren hatte.
Durch die Wiederaufnahme der Beziehungen konnten aber nicht nur politisches, sondern auch kulturelles und technisches Wissen eingeführt werden. Shôtoku, wird in den Quellen als sehr belesen und intellektuell beschrieben. Dies war wohl auch ein Grund, warum er sich mit den Lehren des chinesischen Konfuzianismus beschäftigt hatte. Dieses und sein ebenfalls großes Wissen in Sachen Buddhismus, nutzte ihm insofern sehr viel, als dass er dieses Wissen benutzte um 604, seine ,,Konstitution der 17 Artikel" (kempô jûshichijô). Fertigzustellen. So dass diese ,,Verfassung" Hauptsächlich aus Grundsätzen aus den buddhistischen und konfuzianischen Lehren bestand. Das Problem lag darin, dass der in Yamato noch sehr starke und vorherrschende Shintô Glaube nur äußerst schwer mit der neuen Weltanschauung zu verknüpfen war. ,,Indem Shintô Gottheiten als Manifestatitionen Buddhas betrachtet wurden"8 konnte Shintô neben Buddhismus und Konfuzianismus existieren.
Shôtoku schrieb in den ,,17 Artikeln" nieder, wie er sich ein zukünftiges Yamato vorstellen könne. Seine Hauptabsichten, lagen neben seinem persönlichem Interesse am Buddhismus und den Konfuzianistischen Tugenden darin, dass er durch die Einführung dieser Verfassung die uneingeschränkte Loyalität gegenüber dem Kaiserhaus fordern konnte. Jedoch wollte er so auch das Ansehen und die Macht des Kaiserhauses stärken bzw. es zum Hohepriester der kami Anbetung machen.
So sollte man festhalten, daß diese Konstitution keine Verfassung oder ein Grundgesetz im eigentlichen Sinne war, sondern eher eine Erfassung von moralischen und politischen Prinzipien9. Letztendlich, war die 17 Artikel Verfassung ein Versuch, politische Verwaltung und Religion so neu zu strukturieren, dass ein neues, verbessertes, Kaiserreich mit zentraler Regierung entstand.
Da Shôtoku Taishi den Shintô in seiner Konstitution wörtlich nicht erwähnte, unterstrich er im Jahr 607 in einem neuen Erlaß dessen Wichtigkeit und ließ verlauten, daß er seine alten Funktionen beibehalten solle.
Eine weitere, wenn auch kleinere politische Leistung war indes die Einführung der sogenannten ,,Fähigkeitsränge"10. Eine zwölfstufige Rangordnung der Minister und Beamten des Hofes. Hierbei wurden die verschiedenen Ränge durch 12 unterschiedliche Kopfbedeckungen mit vorgeschriebenen Mustern und Farben symbolisiert. Die Ränge waren in der Reihenfolge der Fünf Elemente (Gogyô) angeordnet und nach den konfuzianischen Tugenden benannt: toku, jin, rei, shin, gi und chi, je in großer und kleiner Ausführung als Symbol für die Kardinaltugend, Humanität, Ergebenheit, Güte des Herzens, Pflichttreue und Weisheit.
Die Titel des Adels wurden, abermals mit dem Ziel der Loyalitätsbindung, in offizielle Grade des Hofsadels umgewandelt um den Aristokraten zu zeigen, daß ihre Ämter nicht an ein von Geburt gegebenes Recht allein, sondern auch an den Willen des Souveräns gebunden war.
Das Wirkungsfeld, für das Shôtoku Taishi hauptsächlich seine Bekanntheit genießt, ist die Förderung des Buddhismus und seine damit verbundenen Schriftstellerischen Leistungen. Wie oben erwähnt hatte der Buddhismus sein starkes Wachstum in Japan dem Schutz des Soga-Klans und in der Initiative Shôtoku-taishi´s zu verdanken.
Shôtoku hatte schon früh begonnen, sich auf eine Bitte der Kaiserin Suiko näher mit den buddhistischen Schriften zu beschäftigen. Diese und klassische Chinesische Lteratur wurden zum Hauptinteresse seines intensiven Studiums. Sein Kenntnisstand erreichte schließlich den Punkt, an dem er den Buddhismus in seinem eigentlichen Sinne zu verstehen glaubte. So gab er, außer daß er Tempel und Klöster bauen ließ, auch Vorträge über wichtige buddhistische Sutren und verfasste als der erste Japaner, der die Hokekyô (oder Lotussutra), Yuima und Shôman Sutren komplett verstehen konnte, Kommentare zu diesen 3 Sutren 11
Wie wichtig ihm diese Lehre wurde, zeigt sich zum einen in dem zweiten Artikel seiner ,,Verfassung der 17 Artikel" in welchem er fordert:

 


II. "With all your heart, revere the three treasures. The three treasures, consisting of Buddha, the Doctrine and the Monastic Order, are the final refuge of the four generated beings,..."12
 

 

und zum Anderen in der Großen Anzahl von Tempeln, die er bauen ließ.

Eines der wichtigsten Beispiele hierfür ist der Hôryûji Tempel Bei Nara, die Heute sogar eine Gedächtnis Halle für Shôtoku Taishi beinhaltet.

 

Die ursprünglichen Gebäude sollen im Jahre 607 errichtet worden sein, sind aber schon kurze Zeit später niedergebrannt. Die jetzige Anlage wurde im 7. Jahrhundert erbaut und ist berühmt als die älteste Holzstruktur der Welt13.

Weiterhin sollten noch der Shitennôji im heutigen Osaka, der 588 gegründet wurde und der Hôkiji(685), genannt werden.
Das einzigste Gebäude des Shitennôji Tempels das im Krieg nicht zerstört wurde


Die Shitennôji Tempelanlage soll, laut Nihon Shoki, aus einem Gelübde Shôtoku Taishi´s heraus entstanden sein. Wie oben erwähnt, kämpfte Shôtoku Taishi an der Seite Soga no Umako´s im Kampf gegen die Mononobe. Gerade als es so aussah, als würden Umako´s Truppen besiegt, schnitze Shôtoku Taishi Abbilder der (buddhistischen) ,,Four Heavenly Kings"14- Shitennô, steckte sich diese in seinen Haarknoten und gelobte einen Tempel zu errichten, wenn Umako doch noch siegen würde. So geschah, laut Nihon shoki, dann auch und Shôtoku Taishi ließ den Shitennoji (Tempel der 4 himmlischen Könige) errichten und ,,stiftete" die hälfte der Sklaven Mononobe´s, sowie dessen Haus dem Tempel.
Und nicht zu Letzt, wird Shôtoku Taishi die Namensgebung Japans zugeschrieben. Als er 607 eine Gesandtschaft an den Chinesischen Hof schickte, ließ er, um sich mit dem Chinesischen Kaiser gleichzustellen, von Ono no Imoko einen Brief überbringen, der mit den Worten: ,,from the ruler of the Land of the rising Sun to the emperor of the Land of the setting Sun"15 an den Kaiser adressiert war. Aus der Chinesischen Lesung der Zeichen entstand dann das Wort Nippon oder Nihon mit dem Japan seit dem bedacht wird.
Literaturverzeichnis:

Hammitzch Horst: Japan Handbuch
Franz Steiner Verlag Stuttgart, 3. Auflage 1990

Inoue, Kiyoshi:Geschicht Japans
Campus Verlag Frankfurt/New York1993
ISBN 359-34845-4

Kinder, Hermann/ Hilgemann, Werner: dtv-Atlas zur Weltgeschichte-
Von der Französischen Revolution bis zur Gegenwart, Band 2, 23. Auflage,
München: Deutscher Taschenbuchverlag GmbH & Co. KG 1989

Kodansha Encyclopedia: Encyclopedia of Japan 1-9
Kodansha Ltd 1983

Lu, David j.: Japan A Documentary History the dawn of Historx to the late Tokugawa Period, " An East Gate Book" 1997
ISBN 1-56324-907-3

Murakami Hyoe, Thomas j. Harper: Great Historical Figures of Japan
Japan Culture Institute 1978
ISBN 0-87040 431-8